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Wann ist der Mensch ein Mensch?
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„Frag einfach ChatGPT“, empfahl ich meiner Frau. Sie wollte wissen, wie sie gewisse Fachbegriffe eines rechtlichen Dokuments verstehen soll. Später, ich war gerade unterwegs, schrieb sie mir „Chatgpt ist super“.
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Willkommen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI). Zugegeben: Wir sind late to the party; das erste Mal ChatGPT am 24. April 2025 – also fast zweieinhalb Jahre nach dem Start des Chatbots basierend auf einem Large Language Model (LLM).
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Seit 2008 setze ich mich als Journalist schwerpunktmäßig kritisch mit Technologiethemen und ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft auseinander. Im Juni 2016 schrieb ich einen langen Artikel über die Gefahr der Algorithmen. Heute sind wir im Zeitalter der KI angekommen.
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KI stellt im Vergleich zu Algorithmen einen Quantensprung – noch so ein Buzzword – dar. Ich beobachte die Entwicklung von Anfang an sehr aufmerksam, habe mich aber bislang sowohl publizistisch als auch in der Nutzung zurückgehalten.
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Im September 2022, also gute zwei Monate vor ChatGPT, habe ich inmitten einer krisenhaften Zeit eine anderthalbjährige Coachingausbildung begonnen. Mein Fokus lag in dieser Zeit vor allem auf dem Menschen und weniger auf der Maschine. Leider lässt sich dieser Zustand immer weniger voneinander trennen.
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Elon Musk wies in einer älteren Podcastepisode darauf hin, dass wir unser Gedächtnis zunehmend ans Smartphone oder die Cloud auslagern. Wenn wir wissen wollen, was wir vor einem Jahr gemacht haben, schauen wir uns die Fotos auf unseren Smartphones an. Mit den Airpods im Ohr folgte eine weitere Hardware-Annäherung an unseren Körper, und die Kinder bekommen heutzutage immer früher eine Smartwatch am Handgelenk. Und die Ungeduldigen von uns hören Podcasts in doppelter Geschwindigkeit (bei mir manchmal 1,5x), was im natürlichen Leben resp. in einem echten Gespräch gar nicht möglich wäre. Wir werden, ohne es zu merken, zu Cyborgs. Kein Wunder, dass im Silicon Valley schon lange an Schnittstellen gearbeitet wird, unser Gehirn mit der virtuellen Cloud zu verbinden.
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ChatGPT ist das neue Google
Neben der Hardware hat vor allem die Software einen entscheidenden Einfluss auf unsere Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Und hier ist KI derzeit klar tonangebend. Verängstigender… ähh verständlicherweise.
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Ein Teil von mir wünscht sich, drum herum zu kommen. Ohne KI auszukommen. Ein Leben frei von Chatbots und Co. Dieser Teil hat einerseits Angst vor der Veränderung und andererseits die Sehnsucht nach Entschleunigung, nach echter und ehrlicher Begegnung, die gefühlt parallel zu allem technologischen Fortschritt immer seltener und schwieriger wird.
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Ein anderer Teil wünscht sich einen reifen Umgang mit KI und betrachtet neugierig die Chancen, die darin liegen. KI ist weitaus mehr als LLMs, aber Chatbots basierend auf LLMs sind gerade in aller Munde. Daher betrachte ich heute vor allem die Auswirkung von LLMs am Beispiel vom prominentesten Player in diesem Segment, ChatGPT.
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Auch ich habe dann, am 24. April 2025, zum ersten Mal ChatGPT ausprobiert. Es fühlte sich für mich an als hätte ich mit dem Finger in die Steckdose gelangt – ich war elektrisiert. In den Monaten zuvor hatte ich immer mal wieder darüber nachgedacht, welche erste Frage ich ChatGPT stellen würde. Am 24. April hingegen hatte ich nicht groß nachgedacht, sondern eher spontan gehandelt.
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Mir fiel etwas ein, das ich wissen wollte:
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Wie heißt das wirtschaftliche Modell, das besagt, dass es besser ist, etwas loszulassen oder einzustellen anstatt etwas fortzuführen nur weil man bereits so viel Geld in die Entwicklung gesteckt hat?
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Zuvor hatte ich ein paarmal erfolglos bei Google versucht, das herauszufinden. (Es war mir nicht wichtig genug, um mehr als ein paar Minuten darin zu investieren.)
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Bei ChatGPT hingegen musste ich nicht suchen – sondern lediglich einmal fragen und sofort finden. Die Antwort lautete:
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Das wirtschaftliche Modell, das du meinst, ist als "Sunk Cost Fallacy" bekannt – auf Deutsch oft „Fehlinvestitionsfalle“ oder „Versunkene-Kosten-Trugschluss“ genannt.
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Wenn es euch interessiert, kann ich gerne in einer zukünftigen Edition von Transit Times näher darauf eingehen: warum mich das interessiert, wo ich das schon mal erlebt habe und was wir daraus lernen können (ein spannendes Thema, wie ich finde!). In dieser Edition belasse ich es bei folgender Erkenntnis:
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Mein innerer Widerstand gegen eine neue Technologie kann einerseits berechtigterweise schützend sein, andererseits mich davor bewahren, weiterzukommen. Die Frage ist also, wo uns neue Technologien hinführen und was sie mit uns machen. (Andererseits frage ich mich, was wir mit ihnen machen, also wozu wir sie nutzen. Und ob das ethisch korrekt ist – aber das würde hier den Rahmen sprengen.)
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Gleichzeitig muss ich mich ehrlich fragen: Wird es mir gelingen, ein Leben frei von KI zu leben? Und ist das überhaupt erstrebenswert? Die ehrliche Antwort auf die erste Frage lautet: Nein. Dazu bin ich mit meinen 38 Jahren noch zu jung. Während ich also weiter darüber nachdenken kann, wie KI unsere Gesellschaft verändern wird, darf ich lernen, reif mit ihr umzugehen. So wie mit Fleisch, Alkohol, Amazon und Smartphones auch.
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KI kann Fragen verstehen und beantworten. KI kann Musik komponieren und Bilder kreieren. KI kann komplexe Probleme lösen (was andere Probleme kreiert) und seltene Krankheiten erkennen. KI kann Predigten und Programme schreiben – und das besser als manche Pastoren und Programmierer. Aus alledem hat sich für mich eine fundamentale Frage herauskristallisiert, eine Frage, zu der KI mich regelrecht zwingt und herausfordert, nämlich diese: Was macht uns zum Menschen?
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Gerne kannst du mir deine Antwort darauf zukommen lassen.
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Das Thema wird mich die nächsten Monate immer wieder beschäftigen, wir befinden uns erst ganz am Anfang einer Reise, von der wir keine Gewissheit haben, wo und wie sie enden wird. Und ja, das ist im mehrdeutigen Sinne ganz schön aufregend.
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PS: Diese Antwort auf die Frage „Wer ist Sabine Mickenbecker“ von „ChatGPT Deutsch“ (betrieben von einer gewissen Simone Thoma, also nicht von ChatGPT selbst!) zeigt, dass KI noch einen weiten Weg vor sich hat:
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Hören.
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Habe die Folge mit Jordan Peterson inzwischen fertig gehört. Sehr anregend, auch wenn ich mal Joe Rogan und mal Jordan Peterson nicht zustimme. Aber das aktive Mitdenken ist ein gutes Zeichen.
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Sehen.
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Bis auf ein paar YouTube-Videos (keines davon ist bei mir hängen geblieben) habe ich mir die letzten Tage keine Bewegtbilder angeschaut. Bei Sonne satt finde ich das auch sehr angemessen. :)
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Fühlen.
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Ich lese aktuell ein Buch über Gefühle. Und das zeigt mir einmal mehr, wie schlecht unser Umgang mit Gefühlen im Allgemeinen so ist. Total schade.
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Riechen.
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Gerade hab' ich an einem Salted Caramel-Tee gerochen. Sehr lecker. Zu Schmecken war davon leider nicht so viel. Aber allein der Geruch ist eben auch was Feines.
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Schmecken.
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"Schmeckt der Reis aus dem Reiskocher eigentlich besser?", wurde ich heute von unserem Gast gefragt. Klare Antwort: Der Vorteil liegt woanders. (Ein Leben ohne Reiskocher könnte ich mir gar nicht mehr vorstellen.)
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One more Sinn
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Vor ein paar Tagen hatte ich noch eine Idee, was ich hier schreiben könnte. Leider habe ich es inzwischen wieder vergessen. Stellt sich mir die Frage: Wie haltet ihr (gute) Ideen fest? Nutzt ihr analoge oder digitale Notizbücher? Schreibt mir gerne eure Empfehlungen.
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