Transit Times-Logo

Das Äffchen-Spiel

»Würde Jesus ChatGPT nutzen?«
iGude!

Neulich hatte ich wieder so einen Moment. Ich diskutierte in einem Messenger mit jemanden aus meinem engen Bekanntenkreis über ein Gesundheitsthema und hatte schnell den Eindruck, die Person argumentiert basierend auf veraltetem Wissen. Also fragte ich ChatGPT und erhielt eine bestätigende, gut strukturierte Antwort. Ich teilte die Antwort der Person mit, und was dann begann, war das mir bestens bekannte Äffchenspiel.

Was ich damit meine? Das Bild, das mir irgendwann inmitten der Corona-Zeit gekommen ist, sieht wie folgt aus: Anfangs sitzt ein Äffchen ganz entspannt auf einem Ast und fängt damit an, etwas zu behaupten. Doch die Behauptung kann widerlegt oder entkräftigt werden, und der Ast, auf dem das Äffchen sitzt, wird in dem Moment abgesägt.

Natürlich ist das Äffchen darüber nicht erfreut, es war schließlich so schrecklich bequem auf diesem Ast. Und was fällt dem anderen überhaupt ein, einfach den Ast abzusägen? Das geht ja mal gar nicht! Leicht genervt hüpft das Äffchen schnell zum nächsten Ast, um nicht herunter auf den Boden der Tatsachen zu fallen. Da oben, im Luftschloss, ist’s halt viel schöner.

Also ruft das Äffchen dem anderen zu, dass ein Ast weniger kein Problem sei, der war ja eh morsch, und außerdem ist der andere sogar noch bequemer. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass auch diese Annahme eine Fehlannahme war, und im Nu ist auch dieser Ast abgesägt. Anstatt endlich loszulassen, klammert sich das Äffchen sofort am nächsten, etwas dünneren Ast fest. Puh, gerade noch mal gutgegangen; fast wäre das Äffchen auf den Boden der Tatsachen heruntergefallen.

Doch gerade als es sich wieder bequem machen wollte, im Irrglauben, diesmal tatsächlich auf einem stabilen, tragfähigen Ast zu sitzen, bricht auch dieser Ast ab und mit einem gigantischen Satz springt das Äffchen zum einzig verbleibenden dicken Ast am Baum, in der Hoffnung, nach dieser Kraftanstrengung sich nun wirklich nicht mehr bewegen zu müssen. Ob es diesmal eine gute Wahl getroffen hat? Das Äffchen fühlt sich sicher und bläst mutig zur Großoffensive. Ha! Endlich! Sieg auf ganzer L… knack knack knack.

Oh weh! Jetzt droht der ganze Baum zu fallen, und zumindest der letzte verbliebene Ast fällt krachend zu Boden. Mit einem verzweifelten Sprung hüpft das Äffchen zum benachbarten Baum und klammert sich nun an einen ihm ganz neuen, unbekannten Ast fest. Wütend, dass ihm der alte, wohlvertraute Baum genommen wurde, schnaubt das Äffchen laut hörbar und fletscht angriffslustig die Zähne. Komm mir bloß nicht zu nahe, du gemeiner Baumfäller, du!

Neuer Baum, neues Spiel – so geht das immer weiter. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann hüpfen sie noch heute von Ast zu Ast …

Ich weiß nicht, ob euch das bekannt vorkommt? Interessanterweise sind in unserer Vorstellung immer nur die anderen das Äffchen auf dem Ast, nie wir selbst. Dabei merke ich, was ChatGPT anbelangt, dass ich selbst auf solch einem Ast saß – und von einem Ast zum anderen hüpfte, ehe ich mich mal dem Boden der Tatsachen stellte und merkte, dass es gar nicht so schlimm ist wie ich dachte, da unten, auf dem Boden. Denn von dort aus kann man plötzlich mit etwas Abstand deutlich mehr vom Wald sehen und verschiedenste Bäume erkunden, ohne jedoch krampfhaft an einem Ast hängen zu müssen, im Irrglauben, es sei der einzig wahre Ast am einzig wahren Baum.

Und, auf welchem Ast sitzt du so?

Bis nächste Woche,

Dein Daniel

Hören.

Was für ein Interview mit der christlichen Influencerin Jasmin Friesen. Es war die längste bisher am Stück veröffentlichte Episode bei Realisten; inhaltlich vollgepackt mit Themen, die wie im Anschluss antizpiert bei manchen Hörern starke Gefühle hervorrufen. Jasmin stand mir bei allen Fragen Rede und Antwort – und ich habe den Eindruck, sie nun etwas besser kennengelernt und verstanden zu haben.

Sehen. Hören.

Tatsächlich ist mir kein Video nachhaltig im Gedächtnis geblieben, ich habe in der vergangenen Woche allerdings auch nur ganz wenige geschaut. Dafür habe ich den kanadischen Rapper Dax entdeckt und bin die letzten Tage immer wieder bei seiner Single "Lonely Dirt Road" hängengeblieben. Und hier schummel ich ein wenig, denn mir geht's nicht um das Video, sondern um die Musik, also ums Hören. Bitte seht es hört es mir nach. ;)

Fühlen.

Ne Menge. Und Müdigkeit. Das war eine volle Woche – und leider geht es diesmal in die Verlängerung, Wochenendschicht. Puh.

Riechen.

Menschen, die ehrlich und direkt sind, werden nicht von allen "gerochen" werden. Manchmal tut das weh, aber es ist okay.

Schmecken.

Habe gerade einen frischgebackenen Cookie gegessen. Übelst lecker. Noch besser war das Phở, das ich gestern mit einem guten Freund genoss. Ein Highlight!

One more Sinn

Diesmal muss ich leider passen. Also teile ich einfach mal eine Rückmeldung eines Lesers mit dir, über die ich mich vergangene Woche besonders gefreut habe:

Daniel, immer wieder gut. Ich meine das ehrlich: ich freu mich schon immer auf freitags von dir zu lesen. Erfrischend anders den Alltag mit scharfsinnigen ehrlichen Gedanken durchbrochen. Nicht immer bleibt was hängen aber oft.
Transit Times-Logo