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Unter dem folgenden Text findet ihr eine instrumentale Musikempfehlung,
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die ihr euch beim Lesen des folgenden Textes anhören könnt.
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Noch vor wenigen Wochen hielt Donald Hmpfs Treffen mit dem Diktator Putin die Welt in Atem. Heraus kam? Den Schlagzeilen nach zu urteilen: nichts (als heiße Luft). Ob das nächste iPhone dieses oder jenes Feature haben wird? Mir egal (ich nutze eh ein Androidgerät). Ob der Stürmer Nick Woltemade zum FC Bayern wechselt oder beim VfB Stuttgart bleibt? Völlig bedeutungslos! (Der Vollständigkeit halber: Er wechselte zu Newcastle United.) Dass Merz einen Herbst der Reformen ankündigt? Soll er doch. Entscheidend ist, „was hinten herauskommt“, wie Helmut Kohl jetzt sagen würde.
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Zugegeben: Bei der täglichen Nachrichtenflut ist es manchmal schwierig zu unterscheiden und zu entscheiden, welche Nachrichten wichtig sind und welche nicht, welche sich zu lesen, hören und sehen lohnen und welche nicht. Eine zentrale Frage für mich ist dabei aus Rezipientensicht: Ist die Nachricht interessant oder relevant? Zu oft landen wir bei interessant.
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Als Journalist, und das ist die andere Seite der Medaille, gehöre ich unweigerlich zu diesem Medienbetrieb dazu, beobachte daher durchaus gewisse Strömungen und Entwicklungen, bilde mir meine Meinung – und tue die unter anderem in diesem Newsletter kund. Nur: Was ist überhaupt Journalismus? Der von mir sehr geschätzte Professor Klaus Meier von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt hat genau dazu vor kurzem Folgendes angemerkt:
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Die Grenzziehung ist in der digitalen Öffentlichkeit schwierig geworden – aufgrund von Entgrenzungen im Journalismus selbst, vor allem aber weil viele verschiedene Akteure daran arbeiten, die Grenze zu verwischen, um mit Desinformation und Pseudojournalismus ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen.
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Das ist richtig und wichtig, beantwortet aber noch nicht die Frage, was Journalismus ist. Doch es wird direkt deutlich: Diese Frage ist gar nicht so eindeutig beantwortbar – und hängt damit zunehmend vom Verständnis des oder der handelnden Akteurs bzw. Akteure ab. Was also verstehe ich unter Journalismus? 2011 habe ich dazu Folgendes geschrieben:
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„Journalismus bedeutet für mich, der Wahrheit so nahe wie möglich zu kommen, um diese mit möglichst vielen Rezipienten zu teilen. Journalismus sollte in seinem Inhalt informativ, unterhaltsam und (meinungs)bildend, in seiner Art fair, ehrlich und wahrheitsgemäß und in seiner Form ansprechend, kreativ und angemessen sein. Journalismus sollte in allen Bereichen stets einen Mehrwert bieten und relevant sein. Hauptsache man hat als Sender professionell, sauber und respektvoll gehandelt und als Rezipient hinterher das Gefühl, seine Zeit nicht verschwendet zu haben.“
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Dieses Verständnis ist 14 Jahre später nach meinem Empfinden recht gut gealtert. Noch treffender empfinde ich das Verständnis meiner Frau Debora, die ebenfalls Journalistin ist:
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„Journalismus verstehe ich als ein Instrument, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten. Guter Journalismus sollte unabhängig, ehrlich und tatenorientiert sein. Er sollte Themen behandeln, die im öffentlichen Interesse stehen und Themen auf die Agenda bringen, die vergessen aber wichtig sind. Das journalistische Produkt sollte Menschen anschaulich informieren, sinnvoll unterhalten und kreativ herausfordern. Guter Journalismus erinnert an die Vergangenheit, analysiert die Gegenwart und wagt den Blick in die Zukunft. Journalismus wagt somit einen Blick von außen, doch mitten aus dem Geschehen.“
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Zwei Aspekte, die mir hier fehlen: Journalismus wird oftmals auch als vierte Gewalt im Staat beschrieben. Manchen klingt das zu groß, hochtrabend oder anmaßend. Aber Dokumentationen wie „Der Kinderpsychiater – Die Macht des Dr. Winterhoff“ (sehr sehenswert!) oder Podcast-Produktionen wie „Der Fall Wilhelm Buntz“ (sehr hörenswert; von meiner Frau Debora und mir produziert) zeigen, wie wichtig der Journalismus als zusätzliche, übergeordnete Kontrollinstanz ist. Oder nehmen wir die Causa Frauke Brosius-Gersdorf, die ohne journalistische Berichterstattung jetzt Richterin am Bundesverfassungsgericht wäre. Exekutive, Judikative und Legislative reichen allein schlicht nicht aus, um Wahrheit und Gerechtigkeit in der Gesellschaft (wieder)herzustellen.
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Den anderen Aspekt habe ich mir von der Google-KI wie folgt zusammenfassen lassen:
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„Journalismus gilt als Vertrauensgut, da eine funktionierende demokratische Gesellschaft auf unabhängiger und glaubwürdiger Information basiert.“
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Journalismus sei ein essenzielles System, das der Wahrheitssuche dient und so zur Lösungsfindung in anderen Krisen wie Klima- oder Friedenspolitik beiträgt, so David Kaldewey, der an der Universität Bonn forscht. Und: Eine funktionierende Demokratie ist auf eine unabhängige, verlässliche Informationsquelle angewiesen.
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Wenn wir als Journalisten es aufgeben, der Wahrheit so nahe wie möglich zu kommen und uns stattdessen – ob bewusst oder unbewusst – Ideologien oder anderen (politischen oder wirtschaftlichen) Interessen hingeben und deren Narrativen Glauben schenken, dann wird die Demokratie, in der wir leben, nicht länger funktionieren.
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Debora, die meinen Text zuvor Korrektur las, widersprach mir in Teilen und merkte an:
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Es wird wohl kaum einen Menschen geben, der sagt: „Ich gebe mich jetzt der rechten Ideologie hin.“ Das Problem entsteht zum einen durch Framing und zum anderen – oder als Folge daraus – durch die Zersplitterung der Öffentlichkeiten. Wir haben nicht mehr eine große Öffentlichkeit, die über die für sie relevanten Themen diskutiert, sondern tausende Teilöffentlichkeiten, die gar nicht mehr miteinander kommunizieren. Es gibt keine gemeinsame Basis mehr, auf der Demokratie stattfindet.
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(Kleine Anmerkung: Ergänzend zum Framing, der Zersplitterung und den daraus resultierenden Teilöffentlichkeiten las ich neulich einen der klügsten Kommentare, den ich bislang bei YouTube gelesen habe, in dem die demokratiezersetzende Auswirkung dessen sehr deutlich wird. Und zwar beim Video „Wie gefährlich ist rechts?“ von Johannes Hartl. Sehr lesenswert.)
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Ihr merkt: Das Problem des erodierenden Vertrauens in den Journalismus ist komplex und vielschichtig. Fakt ist, und das habe ich in meinem Absatz zuvor übersprungen: Das Vertrauen in den Journalismus oder vielmehr in die Journalisten dahinter schwindet zunehmend. Und damit schwindet nichts weniger als das alles entscheidende Gut, mit dem wir Journalisten handeln. Die Google-KI textete treffend weiter:
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„Das Vertrauen in den Journalismus ist jedoch aktuell gefährdet, da Umfragen zeigen, dass viele Menschen kritisch gegenüber Medien sind, die sie für parteiisch halten. Faktoren wie die Krisenberichterstattung, das Gefühl der Manipulation und ein Mangel an Medienkompetenz tragen zum Vertrauensverlust bei.“
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Spätestens jetzt sollte deutlich werden, dass Journalismus eine wichtige Funktion in der Gesellschaft und für unsere Demokratie haben (wer in Puncto Demokratie kritische Töne vermisst, dem sei diese Podcast-Episode empfohlen, in der ich genau das ergänze). Wenn wir das missachten, kann sich das zersetzende Gift (Gift bleibt Gift!, auch so eine empfehlenswerte Folge), das unsere Bevölkerung spaltet, ungehindert ausbreiten. Und wohin das führt, hat uns die Geschichte bereits eindrücklich gezeigt. Mündig zu werden, mündig zu bleiben – es ist schwieriger und wichtiger denn je geworden.
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Im Sinne des Titels dieser Edition wünsche ich uns allen mehr Resonanz statt Dissonanz, mit dem nötigen Feingefühl dafür, wo ihr dranbleibt und an welcher Stelle ihr aussteigt.
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Bonus-Tipp: Wie kann ich Nachrichten besser bewerten?
Hier bei Transit Times ist es mir wichtig, die Zeichen der Zeit zu deuten. Eine Frage, die dabei zuweilen hilfreich ist, lautet Cui bono? – wem zum Vorteil? Zu Deutsch: Wer profitiert davon? Menschlich gesprochen sind es oft linke und rechte Gruppierungen und Strömungen oder diverse Lobbygruppen und Vertreter von Unternehmen aus der Pharma-, Automobil- oder Technologiebranche etc. pp. Sie alle wollen Einfluss nehmen: Einfluss auf die Politik, die Gesetzgebung, die Gesellschaft sowie das Individuum und sein Konsumverhalten. Denke dies, sage das, tue sell, kaufe jenes – die ganze Bandbreite des Lebens eben, die uns tagtäglich serviert wird.
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Genau an der Stelle klinke ich mich dann immer wieder gerne aus, lasse mich nicht vor den Karren (anderer Interessen) spannen und mache mir bewusst, wo ich dazugehöre – und wo nicht. Ich gehöre weder zum FC Bayern noch zu Apple noch zum Politikbetrieb oder irgendeiner Lobbygruppe. Ergo können mich die Nachrichten und Podcasts rund um diese Themen im Zweifel gernhaben. Was mich zu der in der Edition der vorigen Woche erwähnten „Genügsamkeit“ führt. Und der Fragestellung, ob ich überhaupt ein Mandat dafür habe, mich mit dem Thema zu befassen, das mich gerade beeinflusst und aufwühlt. Denn: Nicht alle haben ein Mandat dafür, (täglich) auf dem nationalen oder gar globalen Spielfeld der Medien unterwegs zu sein. Und gleichzeitig halte ich es für unabdingbar, mündig zu bleiben. Wie sieht euer Medienkonsum aus? Welchen journalistischen Medien vertraut ihr? Schreibt mir gerne.
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Hören.
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Zur Abwechslung zu dem zugegeben vielleicht etwas trockenem, aber doch so wichtigem Text zuvor hier ein kurzes cineastisch-orchestrales Musikstück von Judah Earl, das ihr euch beim Lesen dieses Textes anhören könnt, um das Geschriebene musikalisch zu untermalen.
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Sehen.
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Ihr braucht ein bisschen mehr heile Welt und Entschleunigung von all dem Drama? Dann sei euch die Serie "Der Doktor und das liebe Vieh" (Remake!) empfohlen. Diese Serie jedenfalls empfahl mir Transit Times-Leser Toby auf meine Frage nach neuem Serienfutter. Zugegeben: Ich habe eine Weile gebraucht, um mich an das eeeeecht laaaaangsame Schnitttempo und das für meine Ohren schwierige British English (Untertitel!) zu gewöhnen. Aber inzwischen ist es genau das Passende nach wirklich vollen und intensiven Tagen, die wir gerade privat erleben. Daher: Dickes Dankeschön an dich, lieber Toby.
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Fühlen.
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Letzte Woche hatte ich noch von Kassetten geschwärmt – und jetzt besitzen wir etliche Kassetten mehr. Auf dem Straßenflohmarkt am vergangenen Sonntag erzählten Debora und ich unseren Freunden und Nachbarn von unserer neu entdeckten Begeisterung für Kassetten, und zack, hatten wir etliche TKKG-Kassetten mehr. Sie waren sie endlich los, und wir haben nun neues Futter fernab von digitalen Streamingangeboten und elektronischen Endgeräten mit Display. Win-win!
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Und nur falls jemand so verrückt ist, mir eine unverschämt große Freude machen zu wollen: Dieser überteuerte Walkman von We Are Rewind, einem französischen Start-up, finde ich meeega schick. Egal in welcher Farbe. #canyoufeelme? #justsayingdreaming :)
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Schmecken.
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Unser Virgin Piña Colada-Rezept. Oder besser gesagt das von ChatGPT generierte. Einfach nur lecker!
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(Apropos ChatGPT: Heute habe ich eine sehr erkenntnisreiche Negativerfahrung mit dem mächtigen Tool gemacht. Wenn es euch interessiert, kann ich gerne mal darüber schreiben.)
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Hier das Rezept, das ich euch natürlich nicht vorenthalten will:
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Riechen.
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Witzig. Immer, wenn ich an diesen Punkt komme, halte ich inne – und rümpfe die Nase. Dabei rieche ich in der Regel nichts, fange dann aber an, bewusst über mögliche Gerüche der letzten Tage nachzudenken. Leider will mir aktuell nichts einfallen, daher muss ich einmal mehr passen. Ich arbeite daran ... :)
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One more Sinn
Apropos Straßenflohmarkt: Der war irgendwie sehr besonders für uns. Warum? Nicht weil wir so viel verkauft haben (almost nothing!), sondern weil wir einige gute Gespräche hatten. Die Leute hatten Zeit, waren im Schlender- und Plaudermodus, und für einen kurzen Moment wirkte es, als sei die Welt in Ordnung und der Mensch durch und durch gut. Zwei Ereignisse stachen für mich heraus:
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- Von Deboras frisch gebackenen weltbesten Sauerteig-Cookies hätten wir noch einige mehr verkaufen können. Ganz zu schweigen von ihrem selbstgebackenem Sauerteig-Brot. Die drei Laibe Brot waren ruckzuck verkauft, eines davon verzehrten drei Kinder vor unseren Augen in Windeseile. Herrlich!
- Das Meiste an unserem Stand haben wir verschenkt. Darunter auch die Tod-Ausgabe unseres Shift-Magazins (die Exemplare der ersten Ausgabe sind raus, vielen Dank für eure Anfragen!), ironischerweise die letzte Ausgabe von Shift. Mit einem Ehepaar kamen wir dadurch länger ins Gespräch und zum Schluss tauschten wir noch unsere Handynummern aus. Ihr seht: Straßenflohmarkt loht sich!
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