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»Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.« — Matthäus 5,9
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Historisch. Gestern war ein historischer Tag. „Erleichterte Geisel-Familien, jubelnde Palästinenser“, titelte die Tagesschau. Kurz zuvor wurde bekannt, dass Israel und die Hamas sich auf die erste Phase des US-Friedensplans geeinigt haben. Am Abend stimmte dann die israelische Regierung dem Gaza-Abkommen zu, und seitdem ziehen Soldaten aus Gaza ab.
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Und auch ich fühle mich beim Lesen dieser Meldung vor allem erleichtert. Endlich ist der Tag gekommen, den so viele von uns seit Monaten herbeigesehnt haben. Zugegeben: Es ist nur die erste Phase und in diesem Prozess kann immer noch viel schiefgehen. Aber sowohl vonseiten arabischer Länder rund um Katar als auch von der eigenen palästinensischen Bevölkerung wird deutlich, dass sie genug von dem Krieg haben. Und auch die Hamas scheint ihre Niederlage damit nun also einzugestehen.
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Bemerkenswert fand ich den Wunsch des Palästinensers Farid Alabadla in der gestrigen 20-Uhr-Tageschau: „Die Hamas soll nicht an der Regierung bleiben. Alle anderen, aber nicht sie. Sie haben genug angerichtet. Wir haben nichts mehr, für das es sich zu leben lohnt.“
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Das war das erste Mal, dass ich einen Palästinenser gehört habe, der seinen Unmut ausschließlich gegen die Hamas gerichtet öffentlich kundgetan hat. Bisher waren mir vor allem Stimmen etwa von António Guterres, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, im Ohr, die stets nahezu ausschließlich die israelische Regierung kritisierte und offen für Sanktionen für Israel warb. Aus dem Mund dieses Palästinensers hingegen klingt das ganz anders.
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Und auch CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen äußerte sich im The Pioneer-Podcast (Pocket Casts-Link) sehr ähnlich wie der Palästinenser: „Die Hamas darf jetzt nicht schon wieder die Zukunft der Palästinenser zerstören. Und das ist auch eine Verantwortung, die in dieser Dimension den Palästinensern nicht abgenommen werden kann. Es darf die palästinensische Unterstützung für die Hamas nicht mehr geben.“ Wie gut, wenn die palästinensische Bevölkerung damit beginnt, Verantwortung zu übernehmen.
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Wie gehen wir jetzt eigentlich damit um, dass offensichtlich der Falsche das Richtige tut? Diese Frage stellte der ZDF-Moderator Markus Lanz in der heutigen Lanz & Precht-Podcastepisode Ausgabe 214 – und spielt damit natürlich auf Donald Hmpf Trump an (Hiermit gebe ich meine Boykotthaltung gegenüber der Bezeichnung des aktuellen US-Präsidenten auf).
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Eine klare, überzeugende Antwort konnte ich bei Lanz nicht erkennen; mich selbst erinnerte die Frage an ein Zitat aus der Bibel, genauer gesagt aus dem Buch Daniel Kapitel 2 Vers 21: „Er ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand.“
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Gerade weil ich Donald Trump als Person sehr schwierig finde, war ich vergangene Woche so verwundert über die breite Zustimmung seines US-Friedensplans. What’s the catch? Well, so wie es aussieht, gibt es keinen. Für beide Seiten ist der Friedensplan ein großes Zugeständnis, ein Entgegenkommen, ein hart errungener Kompromiss. Und in diesem Fall eben kein schlechter Kompromiss, wie mir scheint.
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Wie viel Donald Trumps Ego dabei eine Rolle spielt, ob es ihm, wie von Norbert Röttgen erwähnt, nur/insbesondere/auch darum geht, den Friedensnobelpreis zu gewinnen? Fakt ist, dass nun wieder Frieden in Sicht ist. Und das ist durchaus historisch und erfüllt mich mit Dankbarkeit.
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Donald Trump ist damit trotz oder womöglich gerade aufgrund seiner charakterlichen Mängel etwas gelungen, das seinem Vorgänger Joe Biden viele Monate zuvor nicht gelungen ist. Wollen wir hoffen, dass es ihm trotz aller bislang gescheiterter Versuche auch zwischen der Ukraine und Russland gelingt. Dann stünden die Chancen auf den nächsten Friedensnobelpreis (der jüngste würde just heute an die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado verliehen) sicher alles andere als schlecht. Und ja, das macht auch Lanz mit seiner abschätzigen Bemerkung deutlich: Dann wäre dieser Friedensnobelpreis deutlich angemessener als der von Barack Obama (Lanz: „scheißegal!“).
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Um Frieden wiederherzustellen, braucht es Verantwortung, Verhandlung und schlussendlich Vertrauen (auch durch Verträge). Und um Frieden langfristig zu wahren, braucht es ganz sicher auch die vermutlich höchste Hürde auf beiden Seiten: Versöhnung.
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Die inneren Gräben sind groß – und sie könnten wohl kaum größer sein. Wollen wir hoffen, dass die erste Phase des US-Friedensplans kein kurzfristiger Höhepunkt, sondern der Auftakt für anhaltenden Frieden in Israel und Gaza darstellt. Und dass dieser Verhandlungsdurchbruch auch im Krieg zwischen Russland und der Ukraine erfolgt.
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PS: In der gestrigen Tagesschau-Sendung ging es dann auch um die Beschlüsse des Koalitionsausschlusses. Darin sagte Friedrich Merz in Bezug auf die geplanten Bürgergeld-Sanktionen: „Es wird in Deutschland niemand obdachlos.“ Hier muss ich aufpassen, nicht zynisch zu werden, auch aus eigener Betroffenheit. Uns droht derzeit von unseren Vermietern eine Räumungsklage, wenn wir bis spätestens 1. November nicht ausgezogen sind.
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Währenddessen sitzen wir auf gepackten Kisten und warten verzweifelt auf die Genehmigung eines bereits unterschriebenen Mietvertrags durch das Amtsgericht Bonn. Der Betreuer der an Demenz erkrankten Eigentümerin ist derweil im Urlaub und das Amtsgericht darf mir keine Auskunft geben. Was ich nach drei Tagen abgespeckter Variante von Passagierschein A 42 dennoch herausgefunden habe: Der Mietvertrag liegt aktuell wohl bei einem Verfahrensprüfer, der den Mietvertrag „objektiv“ dahingehend prüfen soll, ob die Interessen der Eigentümerin gewahrt bleiben. An für sich ist dieser Schutz ja gut, in unserem Fall gelinde gesagt ungünstig. Immerhin schien die Sacharbeiterin des Amtsgerichts wirklich verständnisvoll zu sein.
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Nun stehen uns ein paar schwierige emotionale Tage und möglicherweise auch Entscheidungen bevor. Das Gefühl jedenfalls, am Ende eines rund einjährigen Wohnungssuchmarathons inklusive Nachspielzeit und Verlängerung erneut nicht am Ziel angelangt zu sein, ist offen gestanden unbeschreiblich.
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Hören.
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Bis auf die oben verlinkten Podcasts habe ich diese Woche tatsächlich nichts gehört, nicht einmal Musik. Daher gibt's keine Hörempfehlung von mir, außer vielleicht dem Zwitschern der Vögel und dem ersten Rascheln des Laubes im Wind zu lauschen. Willkommen, Herbst.
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Sehen.
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Diese Woche gibt's mal keine Empfehlung. Bis auf die Serie "Der Liebe Doktor und das Vieh" (Danke nochmal für die Empfehlung!) habe ich nur sehr wenig geschaut.
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Riechen.
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Irgendeine Handseife im Haus riecht mega gut. Leider vergesse ich jedes Mal, bewusst darauf zu achten – zumal ich dann immer noch nicht weiß, welche Nachfüllpackung das eigentlich war. Hm.
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Schmecken.
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Deboras Bananenbrot. Das leckerste Frühstück auf der ganzen Welt. Also gleich nach Egg Benedict with Ham.
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One more Sinn
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Heute habe ich ganz im Sinne von Steve Jobs noch ein One more thing für dich im Gepäck. Und zwar habe ich in der vergangenen Woche einen Telegram-Kanal für Transit Times gestartet, in dem du mit mir und den anderen Lesern Links empfehlen, Gedanken teilen und deine Meinung kundtun kannst. Damit Transit Times nicht zur Einbahnstraße verkommt. Schau doch mal vorbei: https://t.me/transittimes
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Augen|klick
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Zugegeben: Der Anblick dieses mir zugeschickten Fotos erfüllt mich ein klein wenig mit Stolz. Denn vom Slogan über das Foto bis hin zur Idee und schließlich Gestaltung und Umsetzung ist diese Werbekampagne fürs Diakoniewerk Weltersbach auf meinem Mist gewachsen. Und tatsächlich trudelten bereits die ersten Bewerbungen ein, was mich ganz besonders freut. Du siehst: Die analoge Welt ist der digitalen in manchen Punkten eben nach wie vor haushoch (no pun intended) überlegen.
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