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»Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden.« — Helmut Schmidt
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Die letzten Wochen habe ich hier bei Transit Times auffallend wenig über politische Ereignisse geschrieben. Das liegt zum einen daran, dass ich mich tatsächlich gerade deutlich stärker mit inneren Angelegenheiten beschäftigt (Charakter!). Zum anderen aber liegt es auch an den politischen Nachrichten selbst: sie langweilen mich derzeit.
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Aber wie sieht es bei uns aus, in Deutschland? Gestern fiel mir auf, dass mir nach über einem dreiviertel Jahr Bundeskanzler Friedrich Merz kein einziges Beispiel einfällt, was Merz innenpolitisch verändert bzw. verbessert hat. Keines. (Und das, obwohl ich schon vor Monaten einen Artikel gelesen hatte, in dem Merz’ bisherige Errungenschaften aufgelistet wurden.)
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Vielleicht entpuppt er sich ja noch, aber bislang enttäuscht er mich, zumindest innenpolitisch. Selbst bei Donald Trump fällt mir auf Anhieb mehr ein, was er im eigenen Land zumindest einmal verändert hat, allen voran DOGE, Unis, ICE und sein prunkvoller bereits im Bau befindlicher Ballsaal im Weißen Haus. Bei Merz hingegen? Nichts. Oder was fällt dir ein? Schreib mir gerne! (Selbst bei Macron, den ich wirklich höchst fragwürdig finde, kann ich nun den Social Media-Verbot für unter 15-Jährige nennen.)
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Ansonsten wälze ich gedanklich wie emotional gerade mal wieder ein paar größere Themen, muss aber anerkennen, dass sie aktuell noch nicht ausgereift sind. (Eines der Themengebiete dreht sich um Entschleunigung und Minimalismus.)
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Daher belasse ich es diese Woche mal dabei und wende mich dafür etwas ausführlicher den weiteren Elementen dieses Newsletters zu.
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Die vergangene Woche hatte ich ausnahmsweise deutlich mehr Zeit, mir Podcasts anzuhören. Allen voran die Alles gesagt?-Folge mit Anne Brorhilker, der Ermittlerin im Cum-Ex-Steuerbetrugsskandal. Leider befindet sich diese Episode inzwischen hinter der Paywall. Brorhilker wirft – gelinde gesagt – kein gutes Licht auf Kanzleien und Banken. Ich fand es erschreckend, welche Abgründe sich menschlich, moralisch und systemisch auf größtmöglicher Ebene auftun. Und umso bewundernswerter, wie stark sich Brorhilker dagegen engagiert. Absolut vorbildlich!
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Die dritte Empfehlung im Bunde ist die neueste Folge von Hotel Matze, diesmal mit der „Darm mit Charme“-Autorin Dr. Giulia Enders über ihr neues Buch „Organisch“. Ich fand’s hochspannend, kein Wunder, ging es doch sehr viel um Gefühle und fühlbares Wissen.
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Für alle, denen nicht nach Podcast ist, sei Stephen Stanleys neueste Single Fly empfohlen. Endlich ist sie da. Und was soll ich sagen? Einmal mehr ein tolles Lied von einem tollen Musiker. Ideal, um mit viel Energie ins Wochenende zu starten!
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Sehen.
Die Filmtrilogie „Der Herr der Ringe“. Erstmals seit den Kinobesuchen vor gefühlt einhundertdreiundfünfzig Jahren habe ich mir die Filme im Laufe der vergangenen Wochen angeschaut. Und was soll ich sagen? Großartiges Storytelling, eine faszinierende Welt, tolle Charaktere. Wirklich sehenswert. Vielleicht lese ich ja doch eines Tages mal die Bücher.
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Fühlen.
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Diese Woche hatte ich ein sehr passendes Erlebnis zum Thema Umgang mit Wut, worüber ich ja vergangene Woche ausführlich geschrieben habe. Und zwar klingelte ein Vertreter von Eismann an der Tür und bot uns an, etwas aus ihrem Katalog im Wert von 30 Euro kostenfrei auszuwählen. Am nächsten Tag würde dann der Kollege kommen und die gewünschte Ware vorbeibringen. Keine E-Mailadresse, keine Telefonnummer, no catch. „Es wäre schön, wenn Sie vielleicht eins, zwei Cent über 30 Euro gehen würden, dann verdient er auch ein klein wenig dabei.“
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Am nächsten Tag kommt dann der Kollege von Eismann. Unser Warenwert: 29,85 Euro. „Alles klar, hole ich Ihnen – und ich gebe Ihnen dann auch einen 30 Euro-Gutschein mit, den Sie beim nächsten Mal ab einem Warenwert von 40 Euro einlösen können.“ Das war also der Catch. Während der Mitarbeiter die Ware holt, rattert es. „Moment mal – der will also, dass wir die 29,85 Euro jetzt bezahlen?!! Oh dear!“
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Als er zurückkommt, schaue ich ihm ernst in die Augen und sage, dass das ein Missverständnis sei und ich nicht vorhätte, die Ware zu bezahlen. „Ihr Kollege hat gestern nichts davon gesagt, dass die geschenkten 30 Euro erst ab einem Bestellwert von 40 Euro gelten. Das ist nicht in Ordnung“, sage ich ihm. „Aber Sie können sich doch denken, dass wir Ihnen das nicht einfach so schenken“, erwidert der Mitarbeiter, in dem Versuch, die Verantwortung von Eismann oder dem Kollegen auf mich abzuwälzen. „Also mit dieser Taktik gewinnen Sie mich ganz sicher nicht als Kunde. Entscheidend ist nicht, was ich mir denken kann, sondern was gesagt wurde. Schauen Sie mal – ich bin wirklich wütend über diese Vorgehensweise.“ Der Mitarbeiter hält kurz inne. Er merkt, dass er hier nicht weiterkommt. Als ich ihm den Katalog in die Hand drücke, drückt er mir spontan die Ware in die Hand. „Hier, das schenke ich Ihnen. Wir würden Sie wirklich gerne als Kunden gewinnen.“
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Zugegeben: Damit hatte ich nicht gerechnet. Etwas verdattert lässt mich der Mitarbeiter zurück und ruft mir beim Herausgehen noch zu: „Wir melden uns dann nochmal in ein paar Wochen bei Ihnen, ob Sie nicht doch noch unser Kunde werden wollen. Ich habe Ihnen noch einen 10 Euro-Gutschein beigelegt.“
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Auch wenn ich mir gewünscht hätte, am Schluss noch souveräner reagiert zu haben, bin ich zufrieden. Zufrieden darüber, Wut auf eine angemessene Art zum Ausdruck gebracht zu haben und auch beim gezeigten Widerstand nicht eingeknickt zu sein. Für manch einen mag das eine Kleinigkeit oder Selbstverständlichkeit sein, für mich jedoch ist das eine große Errungenschaft. Und diese will gefeiert werden, beispielsweise mit den Windbeuteln von Eismann. Spoiler alert: Sie schmecken mir auch nicht besser als die deutlich günstigeren Windbeutel von ALDI, Rewe und Co. – und das Angebot, erneut etwas bei Eismann zu ordern, werde ich dankend ablehnen.
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Riechen.
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Ende vergangenen Jahres war unser Abwasserrohr verstopft und der Revisionsschacht vollgelaufen. Keine leckere Angelegenheit, vor allem nicht für die Nase. Nachdem der Revisionsschacht anschließend repariert wurde (irgendein Held hatte die Klappe zum Rohr nicht verschlossen, wodurch der Revisionsschacht überhaupt erst volllaufen konnte), wurde er vergangene Woche erneut geöffnet und das Abwasserrohr begutachtet (Ergebnis: das Abwasserrohr, das zur Kanalisation führt, muss größtenteils neu gemacht werden – yehaa!). Dabei freute ich mich über die Abwesenheit(!) jeglichen Geruchs, das war wirklich eine Wohltat für die Nase.
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One more Sinn
Sergey Brin, der US-amerikanische Mitgründer von Google, ist, wie du dir sicher denken kannst, reich. Sehr reich. Mega reich. Geschätzte 251 Milliarden US-Dollar reich. 1998 gründete er gemeinsam mit Larry Page Google. Ende 2019 ging er dann in den vorzeitigen Ruhestand. Endlich ausgesorgt, mit 48 Jahren. What a dream!
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Turns out, es war mehr eine Art nightmare than a dream. Er war wohl mit seinem vorzeitigen Ruhestand so unzufrieden, dass er einige Jahre später zu Google zurückkehrte. „Rückblickend bezeichnete er den Zeitpunkt seines Ruhestands Ende 2019 sogar als eine seiner schlechtesten Entscheidungen“, schreibt t3n. Brin: „Ich war einfach irgendwie unzufrieden und fühlte mich in einer Abwärtsspirale, nicht mehr so scharfsinnig.“
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Was ihm fehlte? „Die regelmäßige Arbeit gab seinem Alltag Struktur und ermöglichte ihm zugleich, an einer zentralen technologischen Entwicklung mitzuwirken. ‚Diese technische, kreative Betätigung zu haben, finde ich sehr bereichernd im Gegensatz dazu, wenn ich im Ruhestand geblieben wäre. Ich glaube, das wäre ein großer Fehler gewesen‘, so der Milliardär.“
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Was lernen wir daraus? Glaub nicht jeden BS und folge nicht jedem Dream, den andere dir vorbeten. You might regret it.
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Augen|klick
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Tatsächlich habe ich in der vergangenen Woche kein teilenswertes Foto gemacht, weshalb es an dieser Stelle schwarz bleibt. Hoffentlich nächste Woche wieder!
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