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»Das Leben kann nur rückwärts verstanden, aber es muss vorwärts gelebt werden.« — Søren Kierkegaard
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Kennst du das Gefühl, neben dir zu stehen? Oder das Gefühl, alles in Zeitlupe zu erleben? Oder das Gefühl, mitten im Auge des Sturms zu sein? Es ist Donnerstagabend, 21:17 Uhr, und ich sitze auf der Couch im Wohnzimmer unseres Hauses. Wir wohnen zu Miete und uns steht ein Umzug bevor. Also schnall dich an, heute wird’s etwas persönlicher – und womöglich intensiver als sonst.
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Vor zwei Jahren haben wir das erste Mal nach einer neuen Bleibe Ausschau gehalten – und schnell gemerkt: Das könnte gar nicht so einfach werden. Vier weitere Jahre zuvor, zogen wir nach ebenfalls zweijähriger Wohnungssuche von Bonn in die 30 Minuten entfernte Stadt Rheinbach. 30.000 Einwohner, nach außen heile Welt und alles, was man zum täglichen Leben braucht, in Fußreichweite. Kindergarten, Schule, Ärzte, Bäcker und Supermärkte. Alles da. Wirklich praktisch.
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Was damals, als wir noch in Bonn wohnten, für uns eine völlig unbekannte Stadt war, wuchs uns mit der Zeit ans Herz. Damals hatten wir Vorbehalte gegenüber Rheinbach (wir liebten es, in Bonn zu wohnen), kannten nur ein Ehepaar vage und zogen schweren Herzens in die sogenannte Perle der Voreifel. Inzwischen sind wir hier zunehmend heimisch geworden, haben einige Bekanntschaften gemacht und unsere bevorzugten Routen für Spaziergänge und Ausflüge mit den Kindern gefunden. Sogar der rheinische Singsang hat mittlerweile auf meinen Sprachgebrauch abgefärbt. (Und das als jemand, der weitestgehend hochdeutsch erzogen wurde und was mit Podcasts macht!) Kurzum: Wir scheinen angekommen zu sein.
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Doch das war lange Zeit nicht so. Tiefe Freundschaften vor Ort zu schließen, braucht Zeit und Zutrauen (unsere besten Freunde wohnen weiter entfernt), beruflich gab es bis Anfang 2025 keine regionalen Kunden mehr und preislich ist Rheinbach einfach ein teures Pflaster (das Einzugsgebiet Köln-Bonn mit der Deutschen Telekom, der UN, der Deutschen Welle und ein paar Bundesministerien bringt viele Beamte und Gutverdiener mit sich; und auch Rheinbach selbst hat als Bundeswehr-Standort bei Vermietern beliebte Bewohner). Also war es für uns gedanklich immer eine Option, auch ganz woanders hinzuziehen. Zumal wir größtenteils remote und an digitalen Dingen arbeiten, was bekanntlich von überall aus geht, Internet vorausgesetzt. Nur wohin?
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Da wir innerlich kein klares Go hatten und umgekehrt unsere Kids großes Glück mit ihren Schulklassen haben, suchten wir gezielt vor Ort nach einer neuen Bleibe. Hier in Rheinbach. Immoscout, sogar mit Premium-Tarif (kann man sich sparen!), Zeitungsannoncen (so fanden wir damals, bald sieben Jahre zuvor, das Haus in Rheinbach), selbsterstellte Flyer, die wir hundertfach druckten und in ganz Rheinbach verteilten, dazu noch die Bitte an Freunde und Bekannte, unsere Anzeige in Rheinbacher WhatsApp-Gruppen zu teilen (was sie auch fleißig taten und sich als die vermutlich wirkungsvollste Methode herausstellte, an ein neues Haus zu kommen). Einmal hat Debora einfach bei fremden Leuten geklingelt, von denen sie gehört hatte, dass sie vielleicht ein Haus haben. Wer sie kennt, weiß, was das bedeutet. Ein anderes Mal bin ich mit einem Stapel Flyern in der Hand über den Rheinbacher Flohmarkt gegangen und habe sie den Standverkäufern in die Hand gedrückt. Ich werde nie vergessen, wie mich eine Frau mitleidig anschaute und sagte: „Ich kann dir da leider nicht helfen. Wir suchen auch!“
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Drüben bei meinem Podcast Realisten habe ich schon zwei spektakuläre Hausgeschichten zu Gehör bekommen. Zum einen die von Sibylle Beck und dann noch die von Inka Hammond. In meinem Freundeskreis gibt es noch zwei weitere sehr beeindruckende Geschichten, wie sie an ihr Haus kamen. Solche Geschichten gibt es also wirklich. Unsere Geschichte ist ein wenig anders.
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Unser Mietvertrag war von Anfang an befristet. Viereinhalb Jahre lang waren uns so sicher garantiert. Unsere Vermieterin sagte damals, dass sie nie wieder nach Rheinbach zurückkommen werde. Völlig ausgeschlossen. (Das ließ sie auch die gesamte Nachbarschaft wissen.) Als die Zeit rum war, kündigte unser Vermieter an, dass der Mietvertrag in einen unbefristeten umgewandelt werde. Dann war es so weit, der Zeitpunkt kam – und es passierte etwas für uns völlig Unerwartetes: Anstatt einen unbefristeten Vertrag erhielten wir einen auf ein Jahr befristeten Vertrag mitsamt maximal erlaubter Mieterhöhung. Das saß. In einem Jahr sollten wir also endgültig raus, die Vermieter wollten das Haus verkaufen. Das war vor zwei Jahren. Also suchten wir – und fanden: nichts. In der Zwischenzeit änderten die Vermieter erneut ihre Meinung. Anstatt zu verkaufen hieß es plötzlich „Eigenbedarf“. Doch da dieser nicht vor Sommer 2025 war, verlängerten die Vermieter im Sommer vergangenen Jahres schließlich erneut und nun wirklich letztmalig um ein weiteres Jahr. Die Uhr tickte.
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Unser Ziel war es, bis Ende des Jahres etwas Neues zu finden. Aber wir fanden nichts (bis auf eine wirklich sehr schäbige Unterkunft zu unfassbar überteuertem Preis!). Einmal waren wir ganz nah dran. Doch dann bekamen wir den Zuschlag nicht, vermutlich aufgrund meiner Selbstständigkeit, die für die meisten Vermieter als hohes Risiko eingestuft wird. Ein anderes Mal wurden wir nicht einmal zur Wohnungsbesichtigung eingeladen als sie hörten, dass ich selbstständig bin.
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Unser Ziel war es nun also, bis Ostern eine neue Bleibe zu finden. Doch auch bis Ostern fanden wir nichts. Bis auf ein Haus, das damals noch vermietet war, aber bis Ende Juni dieses Jahres frei werden sollte. Unser Mietvertrag lief ebenfalls bis Ende Juni. Na das würde doch passen. Mangels Alternativen schöpften wir also leise Hoffnung und klemmten uns dahinter. Little did we know, dass damit eine Geschichte begann, die es wahrlich in sich hatte – und bis heute hat.
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Ich mache es kurz: Die Eigentümerin des Hauses ist eine ältere Dame, die an Demenz erkrankt ist, weshalb das Haus von einem Betreuer verwaltet wird. Der wiederum zeigte sich von Anfang an offen dafür, dass wir die Nachmieter werden könnten – sobald die Vormieterin ausgezogen ist. Die wiederum wollte wie gesagt Ende Juni in ihr eigenes Haus ausziehen, welches gerade aufwendig renoviert wurde und unter anderem einen 40.000 Euro teuren Parkettboden spendiert bekam. Doch als wir ihr ihre viel zu teure Herdplatte (eine drei Jahre alte Bosch-Herdplatte für schlappe 700 Euro), ihren teuren Kamin, ihren teuren Hühnerzaun und diverse andere teure Dinge nicht abkaufen wollten, war plötzlich Funkstille. Tatsächlich zog sie dann Ende Juli aus, also einen Monat später als ursprünglich angedacht.
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Wir wohnten inzwischen ohne gültigen Mietvertrag in „unserem“ Haus, denn der war ja Ende Juni ausgelaufen. (Daran hat sich bis heute nichts geändert.) Also war die Motivation, in das neue Haus einzuziehen – auch mangels Alternativen –, entsprechend groß. Und auch unser derzeitiger Vermieter trug kräftig zur Motivationssteigerung bei, doch dazu später mehr. Was wir bis dato noch nicht ahnten: Wie unfassbar bescheiden es sein kann, wenn bei solch einem Prozess ein Amtsgericht dazwischengeschaltet ist, das jeden Pups genehmigen muss. Das ist zwar verständlich, damit Betreuer kein Schindluder betreiben, aber auch maximal hinderlich, weil sich dadurch alles um mehrere Wochen verzögert – und die Planung auf unserer Seite maximal verkompliziert.
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Ich könnte jetzt viele Seiten damit füllen, was zwischen März und September alles passiert ist. Fakt ist: Unser Vermieter schrieb uns allen Ernstes vergangenen Sonntag eine E-Mail, dass er am Montag, den 13. Oktober mit dem Möbelwagen vor der Tür stehen und sein Haus wieder in Besitz nehmen wird (sic!), während wir bis heute auf den Mietvertrag für das andere besagte Haus warten. Angepeilter Umzugstermin dort: 4. Oktober. Also in exakt einer Woche und einem Tag, wenn du das hier direkt am Freitag liest. Der Mietvertrag für diese Immobilie, die ein Handwerker Anfang der Woche liebevoll-abschätzig als „heruntergekommen“ beschrieb, wurde uns am vergangenen Montag angekündigt (ein kurzer Moment, in dem fast so etwas wie Freude aufkam!), liegt uns bis heute aber nicht vor. Und währenddessen stapeln sich bei uns die Umzugskisten im Haus, denn Debora ist bereits seit Wochen fleißig am Packen (und Auspacken – denn die Klamotten für die kalten Tage waren allesamt schon weggepackt gewesen, da wir ja mit einem Umzug in den Sommerferien rechneten).
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Das heißt: Während wir gerade unseren ganzen Haushalt auflösen, ausmisten und einpacken (ab heute bin ich auch mit im Team!), haben wir keinen blassen Schimmer, ob wir überhaupt rechtzeitig einen neuen Mietvertrag erhalten und somit umziehen können werden. Im Hinterkopf höre ich schon den Umzugswagen unseres Vermieters heranrollen, der selbst zugleich ungeduldig mit den Hufen scharrt und Zähnen fletscht und uns endlich loswerden will. Und als ob das nicht genug wäre, kennen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einmal die Miethöhe geschweige denn den Mietbeginn. Ersteres muss erst noch vom Amtsgericht genehmigt werden und liegt im besten Fall sogar leicht unter unserer aktuellen Miethöhe. Du hast tausend Fragen? Ich auch. Glaub mir: Das ist Irrsinn.
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Wenn du jetzt nochmal den ersten Absatz liest, hast du vielleicht eine Idee, in welchem Zustand wir uns gerade befinden. Der Sturm tobt, die Wellen peitschen, der Wind heult. Und ich? Innerlich bin ich längst über den Punkt von (reichlich empfundener) Angst, Wut und Trauer hinweg – und befinde mich an einem Ort, den ich zuvor noch nicht kannte. Da ist keine Angst, keine Trauer und nur wenig Wut (nein, ich rede nicht vom Himmel – dort ist es hoffentlich nicht so arschkalt wie seit dem Wetterumschwung!). Obwohl ich mitten im Auge dieses Sturms stehe, bringt es mich nicht aus der Fassung. Ich bleibe ruhig, sehe manches recht klar und anderes wiederum nur wie durch eine ganz dicke Nebelwand, in diesem Transitbereich, dem Übergang von einem Zuhause ins Nächste. Transit Times, baby!
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Diese Ungewissheit auszuhalten, ist ein wirklich großer Stretch – vor allem als Familie mit Kindern. Und mir ist bewusst, dass es ganz andere Challenges im Leben gibt, die manch einer zu meistern hat. Dennoch: Nächste oder spätestens übernächste Woche ausziehen zu müssen und nicht zu wissen, wohin, zu welchen Konditionen und ob das überhaupt klappt, hat es durchaus in sich. Doch so bedrohlich und bedrückend dieser Zustand auch anmuten mag: Irgendwie habe ich mein Okay damit gefunden. Es ist okay, dass es nicht okay ist. Für mich ist das ein Festhalten und Loslassen zugleich. Ein Dranbleiben und ein Gelassen bleiben. Ein Abschließen und ein Aufbrechen. Ein Abwarten und ein Vorbereiten.
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Diese Situation ist für mich neu und unbekannt – und ich kann nur hoffen und beten, dass wir uns nicht zutiefst verrannt haben. Spätestens nächste Woche, wenn die Newsletter-Edition vermutlich deutlich kürzer ausfallen wird, wirst du mehr erfahren. Und dann darf die Welt sich auch wieder weiterdrehen. Aber bis dahin gilt: Luft anhalten und einen kühlen Kopf bewahren. Denn: Es gibt noch viel zu tun.
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In diesem Sinne: Wir packen das!
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PS: Es gäbe noch so viel mehr dazu zu sagen. Ich verstehe vieles von dem, was gerade passiert, nicht. Das gilt zugegeben auch fürs weltpolitische Geschehen, das sich auch irgendwie immer stärker zuspitzt und komplett zu eskalieren droht (und für das ich gerade aber aus genannten Gründen nicht wirklich einen Kopf habe). Doch so sehr ich mir wünsche, dass dieser bescheidene Zustand endlich vorbei sein mag, merke ich zugleich, wie wichtig es ist, innezuhalten und sich dieser Situation zu stellen. Solltest du also Mitleid empfunden haben, dann freut mich das, weil es deine Empathiefähigkeit belegt. Aber ich bin tatsächlich nicht danach aus. Denn ich weiß, dass dieser Zustand eines Tages vorbei sein wird – und nehme zugleich wahr, dass dieses Schreckgespenst mittlerweile seinen Schrecken verloren hat. So wenig Bock ich also auf all das habe: Diesen Prozess, diese Erfahrung, dieses Learning finde ich wirklich wertvoll. Und ich bin gespannt, wie ich das im Sinne Kierkegaards rückblickend einmal verstehen werde.
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PPS: 23:14 Uhr – Zeit fürs Bett. ;)
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Hören.
Was für ein kraftvolles Lied von Stephen Stanley, das mich in den letzten Wochen immer wieder begleitet hat, zuletzt gestern, beim Bett abbauen. Auch mein Sohn mag das Lied inzwischen sehr. Weinen musste ich bei dem etwas sanfteren Lied Note To Self (was für ein Text!).
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Und wer es deutlich dramatischer mag, passend zu unserer aktuellen Situation, dem sei das heute neu erschienene Lied Running Out Of Time von Tommee Profitt und Staarz empfohlen. Um anschließend wieder runterzukommen, empfehle ich Steffany Gretzingers Lied Psalm 37 von ihrem ebenfalls heute neu erschienenem Album Psalms. Dreimal dürft ihr raten, was ich heute beim Packen überwiegend hören werde ...
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Sehen.
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Nichts. Nada. Niente. Nothing. Keine Empfehlung von mir in dieser Woche.
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Fühlen.
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Gestern Abend rief mich ein Umzugshelfer, ein junger Student, an. Er wolle mal nachfragen, ob der Umzugstermin am 4. Oktober noch steht. Er hätte jetzt schon seit Wochen nichts mehr von mir gehört. Ich schilderte ihm kurz unsere Situation. Seine Antwort: "Oh, das klingt aber echt krass." Treffend formuliert.
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Riechen.
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Kaum wird es kalt, läuft die Nase – zumindest bei Frau und Kindern. Ich hoffe, dass meine frei bleibt. Für einen bevorstehenden Umzug wäre körperliche Kraft echt praktisch, wenn du weißt, was ich meine.
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Schmecken.
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Vor ein paar Tagen habe ich ein neues asiatisches Gericht gekocht, schon zum zweiten Mal. Übelst lecker. Und dass wir uns solche Momente trotz der Umstände noch kreieren, erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit. Gerne würde ich dich mal kosten lassen, aber vorsicht: Das Gericht ist wirklich sehr scharf.
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One more Sinn
Schadrach, Meschach und Abed-Nego waren drei jüdische Männer, die sich weigerten, König Nebukadnezars goldene Statue in Babylon anzubeten, und stattdessen ihrem Gott treu blieben. In Daniel Kapitel 3, Verse 13-19 ist dann Folgendes überliefert:
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Da wurde Nebukadnezzar ärgerlich und befahl wütend, Schadrach, Meschach und Abed-Nego herzubringen. Als sie ihm vorgeführt wurden, fuhr er sie an: „Ist es wahr, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, dass ihr meinen Göttern keine Ehre erweist und euch nicht vor meinem goldenen Standbild niederwerft? Ihr habt noch eine Gelegenheit! Wenn ihr jetzt noch einmal den Klang aller Instrumente hört und euch niederwerft und das Bild anbetet, das ich gemacht habe, dann ist die Sache erledigt. Wenn aber nicht, werdet ihr sofort in den glühenden Ofen geworfen. Welcher Gott soll euch dann noch aus meiner Hand retten?“ Schadrach, Meschach und Abed-Nego erwiderten dem König Nebukadnezzar: „Wir haben nicht die Absicht, uns vor dir zu verteidigen. Wenn unser Gott, dem wir dienen, uns retten will, dann wird er uns aus dem glühenden Ofen und aus deiner Gewalt retten. Und wenn nicht, so sollst du, König, dennoch wissen, dass wir deinen Göttern nicht dienen und dein goldenes Bild nicht anbeten werden.“ Da geriet Nebukadnezzar noch mehr in Wut. Sein Gesicht verzerrte sich vor Zorn über Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Er ließ den Ofen siebenmal so stark heizen wie sonst.
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Entscheidend ist für mich die fett markierte Passage. Selbst wenn Gott sie nicht rettet und sie verbrennen lässt, werden sie sich nicht von ihm abwenden. Diesen unerschütterlichen Glauben wünsche ich mir auch. Aber Wünsche allein bringen uns nicht weiter. Jesus sagte schließlich nicht von sich "Ich bin der Wunsch", sondern "Ich bin die Wahrheit". (Danke, Martin Schleske, für diesen Gedanken.) Im neuen Testament, genauer gesagt in 1. Petrus Kapitel 1, Vers 7, heißt es:
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Doch dadurch soll sich euer Glaube bewähren, und es wird sich zeigen, dass er wertvoller ist als das vergängliche Gold, das ja auch durch Feuer geprüft wird.
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Andere Bibelübersetzungen schreiben auch von "gereinigt" oder "geläutert". Der Punkt, den ich hier machen will, ist hoffentlich klar geworden. Es scheint mir, als haben wir oft einen bedingungsvollen Glauben: Ja, ich glaube – daran, dass Gott alles gut macht. Daran, dass er es so werden lässt, wie ich es will oder als gut empfinde. Doch Gott ist souverän (siehe Hiob Kapitel 40). Und dieser unerschütterliche, bedingungslose Glauben in ihn, den Schadrach, Meschach und Abed-Nego kompromisslos vorlebten, beeindruckt und begeistert mich. I'm in (fire).
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Augen|klick
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