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Niemals heil? Leider geil!
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»Das Gegenteil von Mut ist [nicht Angst, sondern] eine Panzerung: Selbstschutz.« — Brené Brown
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Gefühlt brodelt es gerade auf der ganzen Welt. Mein High- bzw. Lowlight: Donald Trump hat der Veröffentlichung der Epstein Files zugestimmt. Vermutlich werden sie stark geschwärzt und nur teilweise veröffentlicht werden – andauernder Gerichtsprozesse sei Dank. Am 04.08. hatte ich hier bei Transit Times bereits darüber geschrieben. Doch entgegen meiner Befürchtung, dass Donald Trump zur Ablenkung ein neuer Krieg sicher gelegen käme, scheint der US-Präsident nach der bröckeligen Waffenruhe zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas nun mit der Waffenruhe zwischen der Ukraine und dem Aggressor Russland Putin von den Epstein Files ablenken zu wollen. Wenn ihm das gelänge, könnte es mir recht sein. Aber Putin scheint eine härtere Nuss zu sein als die Hamas. Gefühlt hat er aktuell auch mehr Rückenwind anstatt mit dem Rücken zur Wand zu stehen.
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Bevor ich drohe abzuschweifen, nochmal zurück zu Epstein: Sobald die Files veröffentlicht wurden, werde ich mich sicher dem Thema annehmen – vorher bleibt zu vieles pure Spekulation und leider sehr zerfahren (ich fürchte, das wird aufgrund der vielen Schwärzungen auch nach der Veröffentlichung so sein).
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Also nutze ich die Übergangszeit, um mich einem ganz anderen Thema zuzuwenden, das mich vergangene Woche auf persönlicher Ebene sehr herausgefordert hat: dem Scheitern.
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So ein Umzug bringt zahlreiche neue Chancen mit sich. Endlich kann man sich gewisse Räume cleverer einrichten, oder schöner oder sonst wie besser. Gleichzeitig bietet ein Umzug auch die Chance, das eine oder andere in der Montage so richtig zu vermasseln – und dann mit dem Frust klarzukommen, der sich Bahn bricht. Keine schöne Situation. Zwei Beispiele:
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Da wäre zum einen die Montage des Mülleimers unter der Spüle. Acht Schrauben, kein Problem, ein Kinderspiel. Sieben Schrauben später merke ich: Oops, eine Schraube – genau genommen ein Dübel, und zwar ein Hettich Einschraubdübel DU 321 – war besonders, da stand in der Anleitung sogar dick und fett ACHTUNG dabei, diese Schraube auch ja an der richtigen Stelle anzubringen. Doch nun ist es zu spät. Die Konsequenz? Der Deckel der Biomülltonne schließt nicht wie er soll, er wackelt und fällt kurz darauf ganz ab. Na toll.
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Beim zweiten Beispiel bin ich zunächst unschuldig: Die Spedition lieferte anstatt eines Schreibtischs eine Glasvitrine. Unser Schreibtisch war dafür bei der Dame mit der Glasvitrine gelandet, 1,4 Kilometer entfernt. Die Support-Hotline des Möbelherstellers: krass unfreundlich. Ich allerdings auch. Kein schöner Moment. Da hatte sich wohl einiges an Frust angestaut. Als ich nochmal beim Support anrufe, will ich mich entschuldigen, erwische aber einen anderen Mitarbeiter. Am Ende war es ein Freund, der mit seinem VW T5 Bus vorbeikam und mir dabei half, die lange und schwere Vitrine gegen den Schreibtisch einzutauschen – nur um dann beim Aufbau zu merken, dass der Hersteller ein Loch falsch gebohrt und ein Gewinde falsch montiert hatte. Bei vier Löchern und einer eigentlich idiotensicheren Aufbauanleitung fast schon ein Wunder – und tatsächlich eine Fehlerquote von 25 Prozent. Chapeau! Mein erster innerer Reflex war: davonlaufen. Alles wieder einpacken und das Ding zurückschicken. Ein paar Bohr- und Schraubversuche später haben wir es dann doch noch hingekriegt. Jetzt ist der Schreibtisch wahrlich ein Unikat, ha!
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Das sind nur zwei von vielen Beispielen der letzten vier Wochen. Sehr vielen Beispielen. Und sie alle haben in der Summe mich immer wieder wütend werden lassen. Mich, den Gefühlscoach, der inzwischen eigentlich gelernt haben sollte, mit seinen Gefühlen umzugehen. Pah, von wegen. Nützt das ganze Rumgecoache also doch nichts? (Pah, von wegen! ;) )
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Niemand Geringeres als die US-amerikanische Professorin und Autorin Brené Brown, von John Mark Comer liebevoll „Saint Brené“ genannt, half mir hier weiter. Im Podcast mit Steven Bartlett, Diary of a CEO, sagte sie etwas sehr Entscheidendes. Lass mich mal den Gedanken paraphrasieren, der bei mir ankam: So sehr man mit seinem Sh*t aus der Vergangenheit gedealt hat, so sehr einem Therapie und Coaching auch weitergeholfen haben: Emotionen bleiben Emotionen. Sie gehen nicht weg. Auch die Wut nicht. Es ist also nicht so, dass man nie mehr wütend wird. (Außer Dallas Willard – aber das ist ein anderes Thema. ;) )
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Brené liefert dazu auch direkt eine Begründung mit, und ich paraphrasiere erneut: Wenn das so wäre, würden wir stolz und hart werden. Wir würden anfangen, auf andere herabzuschauen und für ihre Unzulänglichkeiten zu verurteilen.
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Dass wir also trotz aller Arbeit an uns selbst nach wie vor noch der Emotionspalette ausgesetzt sind, bietet ebenfalls eine Chance: nämlich die Chance, empathisch zu sein. Mitfühlend und verständnisvoll gegenüber anderen, ihren Fehlern, ihrem Versagen, ihrem Scheitern.
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Wenn ich das in einem weiteren Schritt auf mich selbst übertrage, darf ich also gnädig gegenüber meinem eigenen Scheitern sein. Quite a relief.
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Unten, bei One more Sinn, kannst du den Originaldialog auf Englisch nachlesen. Nachhören kannst du den sehr empfehlenswerten Podcast übrigens unter anderem drüben bei YouTube (hier der Pocket Casts-Link). Dort gibt’s den sogar auf deutscher Sprache, AI macht’s möglich. (Zur Qualität kann ich nichts sagen, da ich ihn auf Englisch gehört habe.)
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Steven und Brené sprechen auch über Politik(er), zum Beispiel sagt Brené diesen denkwürdigen Satz:
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“When you look at administrations, political administrations across the world, and you look at how power is being used right now, it will tell you a lot about what they're afraid of.”
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Wovor Donald Trump wohl Angst hat? (Könnte etwas in den Epstein Files stehen, das ihn belasten würde?) Die Frage lässt sich auch nahtlos auf unsere Politiker übertragen. Aber bevor ich abschweife, lasse ich dich mit dieser Frage zurück und packe noch eine weitere mit dazu: Was solltest du dir selbst mal vergeben? Und wann tust du es endlich?
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PS: Ein Randaspekt, den das frustreiche Rumgescheitere mit sich bringt: Man lernt ganz praktische Dinge dazu, etwa was Eindrehmuffen (tolles Wort!) sind und wofür sie gut sind.
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Hören.
Geht es dir auch so? Anstatt einer besinnlichen Adventszeit erlebte ich die letzten Jahre meist eine besinnungslose Adventszeit. Damit das diesmal anders wird, empfehle ich dir die tägliche Gebetsandacht Lectio 365 im Advent. Erstmals auf Deutsch, nur für die Adventszeit. Mit viel Liebe für 24-7 Prayer Deutschland von mir produziert.
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Und für alle Rätselliebhaber habe ich drüben bei Telegram ein Geräusch mitgebracht, bei dem du erraten darfst, was ich da gerade mache. :)
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Sehen.
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Die letzten Tage habe ich mich immer wieder an einem Eichhörnchen erfreut, das bei uns im Garten eifrig-aufgeregt Nüsse vergräbt (Letzteres hat bislang leider nur meine Frau beobachten dürfen). Bereits einen Monat vor dem Umzug durfte ich es aus dem parkenden Auto heraus fotografieren.
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Fühlen.
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Unser neues Zuhause nimmt langsam Gestalt an und wird immer wohnlicher. Fast täglich gibt's etwas Neues, das mein Herz erfreut und meine Seele aufatmen lässt. Ein Ende des gröbsten Umzugsstresses ist in Sicht! #Freude #Dankbarkeit
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Riechen.
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O'Connor's Cream – kräftiger Whiskey-Geschmack, fein abgestimmt mit Toffee Cream – für eine angenehm weiche Tasse Tee. Ein Wohlgeruch an trüben Herbsttagen.
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Schmecken.
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O'Connor's Cream – kräftiger Whiskey-Geschmack, fein abgestimmt mit Toffee Cream – für eine angenehm weiche Tasse Tee. Einfach lecker.
(Keine Sorge, ist 100% alkoholfrei. Und ja, im hohen Norden tranken wir einst eine noch leckerere Teesorte Irish Cream, die nicht von TeeGschwendner stammt. Hinweise werden gerne entgegengenommen.)
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One more Sinn
The Value of Never Being “Fixed”
Steven Bartlett: Some people might find that somewhat demoralizing to know that they might never cure parts of themselves that they're desperate to change. I think people often come to podcasts like this or read books like yours looking for fixes to not liking myself, to the way that I react, to my emotions. They want to fix it. Because if they can fix it, then they can be happy.
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Brené Brown: I don't think that's in the consideration set for a very beautiful reason. That if we could fix it and never have to wrestle with it again, we would be so short on grace for other people that we would be tyrants.
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Steven Bartlett: So you I think it creates a form of empathy for others?
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Augen|klick
Hier siehst du sieben Männer, die einen Glasfaseranschluss vor unserem Haus verlegen. In unserem alten Zuhause hatten wir das Spiel schon mal durchgespielt, damals wurde die Straße in einem Jahr irrsinniger Weise gleich drei Mal aufgerissen, was diesem Prinzip der Sub-Sub-Subunternehmer geschuldet war. Die Deutsche Telekom dürfte viel Lehrgeld bezahlt haben. Diesmal wirkte das alles sehr professionell. Zunächst dachte ich, dass das ja ganz schön viele Männer sind, von denen einige nur rumstehen (hier sind es sechs Männer, die einem Mann zusehen). Aber am Ende des Tages waren sie deutlich schneller als die drei Bautrupps vorm alten Zuhause und erinnerten mich in ihrer Arbeitsweise an Zugvögel: Einer fliegt vornweg und wenn er nicht mehr kann, lässt er sich nach hinten fallen und der nächste übernimmt die Führung.
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Am Ende stellte sich einer der Männer in sehr gebrochenem Deutsch mir vor und sagte, dass sie aus Rumänien kämen. Mulţumesc, sagte ich ihm mehrmals, und er und seine Kollegen freuten sich über etwas Lebkuchen. Ich habe großen Respekt (und ja, auch etwas Scham) vor der Knochenarbeit, die sie hier für uns verrichteten. Mulţumesc!
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