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Widerstand zwecklos

»Habe keine Angst vor Widerstand – denke daran, dass es der Gegenwind und nicht der Rückenwind ist, der einen Drachen steigen lässt.«
— Schwedisches Sprichwort
iGude!

Während weltweit die Schlagzeilen rund um die Befreiung der Straße von Hormus kreisen, dominieren in Deutschland Meldungen zur Befreiung eines Buckelwals in der Ostsee (Stand: 02.04.2026). Was das über unsere Gesellschaft aussagt? I don’t know.

In dieser Transit Times-Edition soll es um ein weiteres Thema gehen: So wie einst Frauke Brosius-Gersdorf die Schlagzeilen dominierte, ist aktuell neben dem Buckelwal Collien Fernandes und das Thema sexuelle Gewalt im digitalen Raum allgegenwärtig.

Vorab: Das Thema ist mit allerhand sensiblen Themen vermint, ein falsches Wort, ein schiefer Blick, ein schräger Kommentar, eine ausbleibende Differenzierung – und wir gehen hoch wie die Rakete Artemis 2. Heißt: Bei diesem Thema kann man gefühlt nur verlieren, ganz egal was man sagt. Zu Schweigen wäre dennoch keine gute Lösung, also los geht’s.

Aufhänger war ein Spiegel-Artikel zu Schauspielerin Collien Fernandes' Anschuldigungen mit der Überschrift „Du hast mich virtuell vergewaltigt“ (Paywall). Darin wurde bekannt, „dass Fernandes ihren Ex-Ehemann Ulmen beim Bezirksgericht in Palma unter anderem wegen Identitätsdiebstahls, öffentlicher Beleidigung und Körperverletzung angezeigt hat“, fasst Wikipedia zusammen. Weiter heißt es:

Ulmen soll in einem Zeitraum von zehn Jahren unter dem Namen seiner Frau Fake-Accounts in sozialen Medien erstellt, gefälschte Bilder und Pornographie-Videos sowie fiktive pornographische Geschichten von ihr an etwa 30 Männer gesendet und sie „virtuell vergewaltigt“ haben. Daneben soll er intime sexualisierte Chats geschrieben und mittels KI-Stimme Telefonsex betrieben haben. Laut dem Spiegel habe Ulmen die Vorwürfe gegenüber einem Anwalt weitgehend zugegeben.

Die öffentliche Debatte dreht sich nun um Digitale Gewalt im Allgemeinen, für die Collien Fernandes als prominente Person exemplarisch steht. Auch Gesetzesänderungen werden aktuell heiß diskutiert. Beides war auch zentraler Gegenstand von ARD-Moderatorin Caren Miosga in ihrer Sendung am vergangenen Sonntag. Eine gute Zusammenfassung der Sendung kannst du bei der FAZ nachlesen.

Heute wende ich mich verstärkt der Rolle und Verantwortung des Mannes zu. Dabei ist hoffentlich klar, dass ich nicht alle Aspekte erwähnen und abdecken kann. Dann müsste ich ein ganzes Buch dazu schreiben.

Gleichzeitig ist für mich die übergeordnete Klammer, dass ich auch in dieser Debatte eine Spaltung der Gesellschaft wahrnehme. So kann ich nicht ausschließen, dass „der Fall Collien Fernandes“ für beide Seiten instrumentalisiert wird, von links und rechts, konservativ und liberal – und als Ergebnis die Geschlechtergräben noch tiefer werden als ohnehin schon. Mein Wunsch ist es also nicht, unnötig Öl ins Feuer zu gießen.

Gleichzeitig habe ich als Coach gelernt, dass es manchmal wichtig ist, bewusst zu konfrontieren – ohne dabei zu vernachlässigen, das Gegenüber ausreichend zu schützen. Nun schreibe ich hier nicht als Coach, sondern als Journalist – was aber nicht heißt, dass ich nicht genauso Mensch bin wie du, Collien und Christian.

Drei Formen des Widerstands

Was ich mir im Folgenden näher anschauen möchte, ist eine Reaktion auf die Sendung, die mir ein Freund zugeschickt hat. Ein gewisser Markus G. Bußmann, von Beruf Unternehmer, teilte auf LinkedIn seine Gedanken dazu. Einleitend schrieb er:

Eine Sequenz der Show gestern war für Anwälte der Spezies Mann ernüchternd.

Zwischen Boulevard und Aktivismus-PR fragte Miosga am Küchentisch, wie man gesellschaftliche Rollenbilder verändert. Das Problem der Sendung war sehr simplifiziert als männlich identifiziert.

Wo wir schon beim ersten Widerstandsphänomen wären. Im Coaching haben wir auch diese kennengelernt. Eines davon ist das übertriebene Überdetaillieren. Mache ein Problem so kompliziert, dass es unlösbar wird. Genau das nehme ich hier direkt zu Beginn wahr. Denn auch wenn das Problem an manchen Stellen womöglich simplifiziert behandelt wurde – das war bei der Frage der IP-Adressspeicherung ganz sicher der Fall –, war es in einer einstündigen Sendung schlicht nicht anders möglich.

Wie eingangs schon erwähnt: Ja, die Thematik ist riesig und komplex – und doch müssen wir einen Weg finden, darüber zu sprechen. Daher ist die Eingangskritik von Bußmann nicht wirklich angebracht. Wer ihr jedoch folgt, steht in der Versuchung, allen weiteren Punkten unweigerlich zuzustimmen. Zugespitzt könnte man dieser Logik zufolge sagen: „Alle Gäste der Sendung waren in ihrer Argumentation zu einfach unterwegs, sodass man ihnen letztendlich nicht glauben kann, während Herr Bußmann uns jetzt aufklärt und sagt, wie es wirklich ist.“

Die Ironie dieser Logik ist, dass er direkt im nächsten Satz selbst simplifiziert, indem er sagt:

„Rollenbilder ändern klingt nach einem steuerbaren Prozess. Typisch Linke.“

Wo wir beim nächsten Widerstandsphänomen wären, nämlich dem Generalisieren und Aufbauen eines Feindbildes. Nichts anderes tut er hier, wenn er einen steuerbaren Prozess von Rollenbildern ausschließlich „Linken“ zuschreibt – und damit zudem offenbart, dass er anscheinend zur Fraktion „Rechte“ gehört (Achtung: Nicht Rechtsradikale, bitte differenzieren!). Und somit die spaltende Lagerbildung verinnerlicht hat.

Sein Spott oder seine Ironie wird im Folgenden überdeutlich, wenn er schreibt:

#Miosga hätte genauso fragen können, wie man vom Küchentisch aus die Welt verändert. Es wirkte vermessen, aber nicht nur das.

Und auch das ist ein starkes Widerstandsphänomen, handelt es sich doch offenkundig um eine heftige emotionale Äußerung. In den ersten drei Absätzen zeigen sich also gleich drei Widerstandsphänomene.

Zwei Absätze später schreibt er:

Ein SZ-Journalist nahm als einziger Mann in der Runde empathisch die Opferperspektive der Frauen auf. Männer sind auch für ihn ein strukturelles Problem. Das kann man als Mann nicht pauschal schlucken, wenn man sich selbst nicht als Gewalttäter erkennt.

Hier flüchtet er ins verallgemeinernde „man“ anstatt zu schreiben, dass er das nicht pauschal schlucken kann. Die rationale Begründung zur emotionalen Selbstkundgabe: weil er sich selbst nicht als Gewalttäter kennt. Ergo können „Männer“ nicht ein strukturelles Problem sein. So einfach die Logik, indem man von sich auf andere schließt.

Ja, natürlich sind nicht alle Männer Teil des strukturellen Problems. Aber wer sich auch nur ein bisschen das Ausmaß des Problems anschaut – mehr dazu weiter unten –, muss unweigerlich erkennen, dass wir hier ein Problem haben, das weit über Einzeltäter hinausgeht und überwiegend von Männern ausgeht. Das anzuerkennen, ist unsere männliche Verantwortung, ganz gleich ob Täter oder nicht.

Nach seinem „man“ folgt die Relativierung, Neudeutsch Whataboutism (Merz mit seinem Migrantenhinweis lässt grüßen):

„Fakt ist, Männer sind eher gewalttätig. Aber Frauen sind nicht alle gleich heilig.“

Das Ding ist: Letzteres hat niemand gesagt. Natürlich gibt es auch gewalttätige Frauen. Und vielleicht auch mehr als wir denken. Insgesamt sind sie jedoch klar in der Minderheit. Und jetzt können wir das in jedem dritten Satz der Vollständigkeit halber erwähnen, genauso wie wir auch in jedem Satz gendern können, um ja nichts und niemanden auszugrenzen. Nur: Dann wird alles lang und kompliziert, und lenkt vom eigentlichen Kern ab. Womit letztendlich niemandem geholfen ist.

Bitte versteh mich nicht falsch: Ich bin ein großer Fan von Differenzieren. Das ist wichtig. Aber nicht als Widerstandsphänomen und somit auch als Vorwand, um vom eigentlichen Thema abzulenken, nur weil ich emotional getroffen bin. Das halte ich für eine unreife Art von Differenzierung.

Gute Fragen

Zustimmen, und auch das gehört für mich bei einer reifen Differenzierung dazu, würde ich Bußmann in diesem Absatz:

Wenn eindimensional unter Gleichgesinnten geredet wird, sind Männer Täter und sexuell belastet, Frauen nur die Opfer. Wäre es nicht auch mal interessant zu fragen, was denn bei den Männern los ist, dass es zu Extremen dieser Art kommt?

Die Gefahr ist also zum einen, dass ein Schwarz-Weiß-Denken Männer per se unter Generalverdacht stellt und zum anderen, dass man außer Acht lässt, was da eigentlich dahintersteckt. (Was wiederum Fehlverhalten in keiner Weise entschuldigen soll – du merkst: Es ist komplex.)

Kurzum: Die Frage von Bußmann finde ich interessant und durchaus wichtig. Nur: Wenn sie als Ablenkung dient oder gar in eine Täter-Opfer-Umkehr mündet, hilft sie auch nicht weiter.

Weiter führt er aus, dass zu besprechen wäre, „warum einige Männer so wurden, wie Frauen sich heute anders definieren und warum der Graben der Geschlechter größer geworden ist. Die Forschung ist überzeugt, das Problem ist viel gravierender.“

Auch hier könnte man ihm erneut Generalisieren attestieren – und das, nachdem er das Simplifizierte eingangs selbst kritisiert hatte. Man(n) merkt: Nicht zu simplifizieren, ist gar nicht so einfach – und ehrlich gesagt manchmal schlicht nicht möglich, wenn wir noch miteinander sprechen wollen. Zentraler ist hier jedoch sein warnender Hinweis auf den größer gewordenen Graben der Geschlechter, wozu er auch einen englischsprachigen Artikel verlinkt.

Fehlender Perspektivwechsel

Bußmann kritisiert gegen Ende, dass bei Miosga ein Gast mit anderer Perspektive gefehlt habe, „der helfen könnte, die gesamte Gesellschaft in den Blick zu nehmen“. Ja, das wäre interessant – würde aber die Sendung mindestens anderthalb Stunden lang werden lassen. Oder zwei. Oder drei. Und jedes Mal käme jemand anderes dazu, der monieren würde, dass dieser oder jener Aspekt nicht genannt, zu verkürzt oder einseitig vorkam. Bis irgendwann vielleicht die Kritik käme, dass die Sendung mit ihren sechs Stunden viel zu lang wäre und manche Inhalte sich wiederholen würde. Oder oder. Es ist schlicht unmöglich, es allen recht zu machen – das ist auch nicht die Aufgabe des Journalismus.

Aus meiner Sicht war Caren Miosgas Sendung ein gelungener Auftakt. Und genau als solchen ordnet sie ihn auch selbst ein, ohne Anspruch an Vollständigkeit.

„Dokumentierte Gewalt geht vorrangig von Männern aus, das stimmt. Aber sie ist das Ergebnis wovon? Der Gesellschaft und ihrem Zustand vielleicht?!“, schreibt Bußmann, und wirft damit erneut durchaus wichtige und berechtigte Fragen auf. Allein sollten sie nicht davon ablenken, dass geschehenes oder geduldetes Unrecht klar beim Namen und als solches auch verurteilt werden sollte. Dass hinter dem praktizierten Unrecht auch Ursachen stecken, steht dabei außer Frage und liegt zugleich auf der Hand bei der juristischen und strafrechtlichen Bekämpfung sowie psychologischen und therapeutischen Behandlung.

Falscher Perspektivwechsel

Leider endet Bußmann bei seiner Kommentierung mit der unterkomplexen resp. „sehr simplifizierten“ Aussage „Es gibt keinen biologischen Nutzen, als Mann Frauen zu schädigen“. Als ob es a) stets einen Nutzen und b) dieser immer biologisch sein muss. Weiter schreibt er:

„Können wir aber auch in den Blick nehmen, in wievielen Partnerschaften alles ok verläuft, wo man sich oft hart streitet, aber Gewalt nicht normal ist?! Fernandes vs. Ulmen ist nicht die Regel.“

Bußmanns Perspektivwechsel scheint plausibel, ist jedoch irreführend. Es ist definitiv begrüßenswert, dass in vielen Partnerschaften alles okay verläuft. Fernandes vs. Ulmen scheint jedoch eine inzwischen zu häufig vorkommende Gewalt in Partnerschaften zu sein. Und das wollen ich und zum Glück auch viele andere nicht länger ignorieren.

Um das mit Zahlen zu belegen: Caren Miosga nennt in ihrer Sendung ab Minute 49:25 ein paar Zahlen, die verstörend sind. (Zudem sagt sie hier den wichtigen Satz, dass es bei diesen Übergriffen um Macht geht. Nicht immer geht es um Sex.) Nehmen wir allein die Häusliche Gewalt gegen Frauen, bei denen es im Jahr 2024 laut BKA-Bundeslagebild zu 187.128 Anzeigen kam.* Nach dem Rekordvorjahr 2023 ein Plus von 3,5 Prozent. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig weist direkt im Anschluss darauf hin, dass die Anzeigenquote bei nicht einmal zehn Prozent liegt. Heißt: Bei Häuslicher Gewalt können wir von einer erheblich höheren Dunkelziffer ausgehen, ob möglicherweise 1, 2 oder noch mehr Millionen, spielt für mich dabei nur bedingt eine Rolle. Fakt ist: Die Zahl ist VIEL ZU HOCH.

Da kann ich doch nicht ernsthaft im Anschluss an die Sendung schreiben, Fernandes vs. Ulmen sei nicht die Regel.

Man, man … Mann!

Nun unterstelle ich meinen Transit Times-Lesern, dass keiner von ihnen solch ein Täter ist. Was du dennoch mitnehmen kannst: Du kannst dich fragen, wo bei dir Punkte sind, an denen du in den Widerstand gehst – und welche Widerstandsmuster du vielleicht hast. Noch tiefer wäre dann sicher die Frage, was da eigentlich dahintersteckt. Feindbild Feminismus einerseits, Männerhass andererseits, schlechte Erfahrungen und mangelnde Vorbilder, Ängste, Verletzungen, Traumata. Die Ursachen können vielfältig sein.

Für mich (als Mann) der stärkste Moment der Sendung war, als der von Bußmann kritisierte Jurist und SZ-Journalist Ronen Steinke bei Minute 36:17 Folgendes sagte:

„Wir müssen uns auch klarmachen: Auch wenn die Gesetze verschärft werden, das wird auf die Häufigkeit solcher Fälle einen wahrscheinlich eher geringen Effekt haben am Ende. (…) Viel wichtiger ist in Puncto Prävention, was das soziale Umfeld sagt. Das betrifft vor allem uns Männer. Wie reden wir miteinander, was für eine Vorstellung haben Leute, bin ich in meinem Freundeskreis unten durch, wenn ich mit so etwas komme oder heißt es dann ‚Hö hö hö, da haste aber n tollen Streich gespielt‘ und hast da gezeigt, was für ein toller Typ du bist, oder heißt es ‚Das ist nicht lustig! Wir sind längste Zeit Freunde gewesen, wenn du so was machst!‘ Und das ist eine Diskussion, die zu führen wahrscheinlich sogar noch wichtiger ist, um Opfer in der Zukunft zu schützen.“

Männer** sind Teil des Problems. Daher wäre es auch begrüßenswert, wenn die unschuldigen Männer und leuchtenden Vorbilder, die es sicher zuhauf gibt, hier Teil der Lösung wären.

Bis nächste Woche,

Dein Daniel

* Btw: Der Journalist Thilo Mischke weist in seiner großartigen Podcastepisode – mehr dazu weiter unten – darauf hin, dass davon 135.713 Frauen Partnerschaftsgewalt erlitten haben und die Tatverdächtigen bei häuslicher Gewalt zu 75,6 Prozent männlich sind, zu hören ab Minute 25.15. Mehr Zahlen findest du in dieser PDF-Datei des BKA, wo du auch sehen kannst, dass der Männeranteil bei sexuellem Missbrauch von Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen ab 14 Jahren bei 95,9 Prozent liegt.
** Ja, nicht alle Männer, und ja, bestimmt du auch nicht. Und ja, das ist nicht einfach und manchmal sind es sogar Frauen und nicht Männer ja ja ja. Aber können wir Männer jetzt bitte diesen reflexartigen Wunsch nach Differenzierung an der Stelle einmal ablegen, der im Grunde nur offenbart, dass wir gerne weiterhin wegschauen und unserer Verantwortung hier nicht nachkommen wollen (was natürlich auch wieder Gründe hat, die den Rahmen dieses Sternchenzusatzes bei weitem sprengen würden), und uns schützend vor die stellen, die hier betroffen sind? Und das sind nun mal in deutlicher Mehrheit Frauen.

Hören.

Wie gut ist diese Episode denn bitte? Geradezu sensationell finde ich den Sicherheitsexperten und Journalisten Martin Lautwein im Gespräch mit Thilo Mischke in der gestrigen Folge Wie gefährlich sind Merz’ politische Takes wirklich?

Man muss mit Martin Lautwein gar nicht in allem übereinstimmen, aber sowohl seine Art als auch der Inhalt muten auf mich sehr überzeugend an.

Sehen.

Wichtiges Thema, gelungene Auftaktsendung, daher durchaus sehenswert, auch wenn ich mich mit dem Begriff Digitale Gewalt noch etwas schwer tue.

Ob du willst oder nicht: Das Thema wird uns in den nächsten Jahren noch stark begleiten. Was sexuelle Gewalt anbelangt, sind meine Frau und ich ohnehin an etwas dran ... aber dazu in ein paar Monaten mehr.

Fühlen.

Irgendwas zwischen müde und Aufbruchstimmung. Vermutlich passend zu Karfreitag. Vamos!

Riechen.

"Auch der Blick auf die abgefragten Unions-Politiker ist kritischer geworden. Die stärksten Einbußen erfährt Bundeskanzler Friedrich Merz: 21 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden - acht Prozentpunkte weniger als im März."

Oh boy. Diese Zahlen des jüngsten ARD-Deutschlandtrends sind besorgniserregend, leider auch absolut nachvollziehbar und hausgemacht. Was noch besorgniserregender ist. Ich rieche große Probleme auf unser Land zukommen – und hoffe auf keine Kehrtwende, einen Sinneswandel.

Schmecken.

Das schmeckt mir so gar nicht: die fragwürdigen Reform-Vorschläge von Vizekanzler Klingbeil. Mein Freund Leonard von Bibra bringt die Kritikpunkte in seiner neuesten Podcastepisode prima auf den Punkt.

One more Sinn

Karfreitag. Ist es angemessen, solch eine Edition an diesem Tag zu veröffentlichen? Da wir den Ausgang der Geschichte bereits kennen (Spoiler Alert: zwei Tage später feiern wir am Ostersonntag die Wiederauferstehung Jesu Christi), denke ich: Ja, durchaus. Denn: Sowohl vor der Kreuzigung Jesu als auch nach seiner Wiederauferstehung begegnen uns Widerstandsphänomene. Es kann eben nicht sein, was nicht sein darf. Die Google-KI bringt es wie folgt auf den Punkt:

Im Vorfeld der Kreuzigung waren die Jünger Jesu von Angst, Unverständnis und Zweifel geprägt. Trotz Jesu Vorhersagen flohen die meisten, Petrus verleugnete ihn, und sie versteckten sich aus Furcht.

Und hier zur Wiederauferstehung:

Ja, die Auferstehung Jesu wird in der Bibel angezweifelt, sowohl von Jüngern als auch von anderen Zeitgenossen, was die Berichte für viele glaubwürdiger macht. Zweifel sind laut biblischen Schilderungen eine natürliche Reaktion auf das Unfassbare, wobei Jesus laut Markus 16,14 seinen Jüngern ihren Unglauben vorhielt.

Schauen wir uns abschließend die von der Google-KI genannte Bibelstelle einmal im Kontext (Verse 9-14) näher an:

Nach seiner Auferstehung am frühen Sonntagmorgen erschien Jesus zuerst der Maria aus Magdala, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Sie ging zu den Jüngern, die um ihn trauerten und weinten, und berichtete ihnen, dass Jesus lebe und sie ihn gesehen habe. Doch sie glaubten ihr nicht. Danach zeigte sich Jesus in anderer Gestalt zwei von ihnen, die zu einem Ort auf dem Land unterwegs waren. Sie kehrten gleich zurück und berichteten es den anderen. Doch auch ihnen glaubten sie nicht. Schließlich zeigte sich Jesus den elf Jüngern selbst, als sie beim Essen waren. Er rügte ihren Unglauben und Starrsinn (Luther 2017: ihre Herzens Härte), weil sie denen nicht hatten glauben wollen, die ihn als Auferstandenen gesehen hatten.

Befindest du dich auch im Widerstand?

Augen|klick

Letzte Woche Freitag jammerte ich darüber, schon wieder mit einem Baustellenbild aufzuwarten. Kurz darauf entdeckte mein Sohn einen Specht bei uns im Garten. Und als dieser nicht gleich wegflog, konnte ich sogar ein Foto von ihm machen. Auch wenn ich jetzt kein Naturfotograf werde, hat mich das doch irgendwie gefreut. :)
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